Hilfe, Schreibblockade!

von Irina Kasprick

Ein Glas Tee, eine Kerze und drei kleine Schneemänner aus Holz
Mit einer Tasse Tee den Kopf frei bekommen

 

Meine Schreibblockade ist da − nicht eingeladen, unangemeldet und Zeit für sie habe ich erst recht nicht! Was kann ich tun, um sie zum Gehen zu überreden?

Im Sommer schrieb ich über Methoden für den Einstieg ins Schreiben („Weniger darüber nachdenken“), aber was mache ich, wenn mein Kopf mir mitten bei der Arbeit an einer Biografie den Dienst versagt? Schreibblockaden kommen in unregelmäßigen Abständen bei mir vorbei − kündigen sich nicht an, sondern sind plötzlich da. Mal erwischen sie mich zu Beginn meines Arbeitstages, mal beim Einstieg in einen neuen Abschnitt einer Biografie, mal ...

Wenn meine Schreibblockade zu hartnäckig ist, verlasse ich das Arbeitszimmer und lenke mich mit ungeliebten, aber notwendigen Tätigkeiten ab. Beim Kochen, Putzen, Aufräumen kommen mir oft die besten Ideen, deshalb liegen Notizzettel und Stifte immer in greifbarer Nähe. Es gibt natürlich auch angenehmere Ablenkungen − Sport, ein Spaziergang, eine Tasse Tee oder Kaffee. Manchmal denke ich dabei bewusst an mein Schreibproblem, manchmal mache ich genau das Gegenteil: Ich blende es aus und plötzlich verabschiedet sich meine Blockade und macht Platz für die Lösung. Eine andere Möglichkeit ist, einige Seiten zuvor geschriebenen Text zu lesen, um den Anschluss und das Gefühl für die Szene zu finden. Oder ich zwinge mich einfach zum Weiterschreiben und nehme mir vor, die kritische Stelle beim nächsten Durchgang zu überarbeiten. Oft wirkt ein Arbeitsplatzwechsel: im Sommer auf dem Balkon, im Winter am Esstisch mit Tee und Kerze. Aber auch hier lautet das Rezept: Eine Zeit lang nicht an den Text denken!

Schreibblockaden kommen immer ungelegen, doch vielleicht brauche ich die Zwangspausen, um Kraft für Ideen zu sammeln und neue Schreibwege zu gehen.

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